Longevity im Trend: Von Kollagen bis Spermidin

von Alexandra Otto 11/08/2026
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Longevity im Trend: Von Kollagen bis Spermidin

Longevity ist eines der großen Ernährungsthemen unserer Zeit. Gemeint ist damit der Wunsch, möglichst lange gesund, fit und aktiv zu bleiben. Neben Bewegung, Schlaf und einem bewussten Lebensstil spielt dabei vor allem die Ernährung eine zentrale Rolle. Kein Wunder also, dass der Trend längst in den Supermarktregalen angekommen ist: Von der Extraportion Protein bis zum Kollagen-Drink. Doch welche Nährstoffe, die mit gesunder Langlebigkeit in Verbindung gebracht werden, sind in welchen Lebensmitteln von Natur aus enthalten? Und wie werden daraus Nahrungsergänzungsmittel hergestellt? Die Plattform „Österreich isst informiert“ liefert die Antworten. 

Der Longevity-Trend zeigt, wie stark sich Ernährung verändert hat, denn heute geht es längst nicht mehr nur darum, satt zu werden. Viele Konsumentinnen und Konsumenten suchen Produkte, die zu ihrem Lebensstil, ihren Bedürfnissen und ihrem Wunsch nach bewusster Ernährung passen. „Österreich isst informiert“ nimmt sechs besonders gefragte Themen unter die Lupe und zeigt, wo diese Stoffe natürlich vorkommen, wie sie Lebensmitteln zugesetzt werden können und worauf Konsumentinnen und Konsumenten beim Blick auf das Etikett achten sollten.

Proteine: Der Klassiker unter den Ernährungstrends

Proteinreiche Produkte boomen. Skyr, Cottage Cheese, Protein-Shakes und Eiweißriegel stehen für einen Trend, der längst den Alltag erreicht hat. Proteine zählen zu den Hauptnährstoffen und sind wichtige Bausteine des Körpers. Natürlich enthalten sind sie unter anderem in Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Samen. Bei angereicherten Produkten kommen häufig Proteinpulver aus Milch, Molke, Eiklar, Soja, Weizen oder Erbsen zum Einsatz. Als „Proteinquelle“ darf ein Lebensmittel bezeichnet werden, wenn mindestens 12 Prozent seiner Kalorien aus Eiweiß stammen. Für den Hinweis „High Protein“ oder „reich an Eiweiß“ müssen es mindestens 20 Prozent sein.

Spermidin: Kleiner Stoff mit großer Aufmerksamkeit

Spermidin kommt natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor und ist auch Bestandteil menschlicher und tierischer Zellen. Natürliche Quellen sind etwa Weizenkeime, gereifter Käse, Pilze, Sojabohnen, Erbsen, Brokkoli, Karfiol, Äpfel und Birnen. In Lebensmitteln wird Spermidin derzeit kaum zugesetzt, deutlich häufiger findet man es in Nahrungsergänzungsmitteln. Gewonnen wird Spermidin meist aus Weizenkeimen. Diese werden getrocknet, vermahlen und anschließend weiterverarbeitet. Auf dem Etikett müssen entsprechende Nahrungsergänzungsmittel klar gekennzeichnet sein, inklusive empfohlener Verzehrmenge.

Fermentierte Produkte: Alte Technik, neuer Hype

Fermentieren erlebt ein starkes Comeback, obwohl die Methode seit Jahrhunderten Teil der Esskultur ist. Joghurt, Kefir, Skyr, Sauerkraut, Sauerteig, Kimchi, Käse oder Kombucha entstehen mithilfe von Mikroorganismen. Diese wandeln Bestandteile von Lebensmitteln um und können Geschmack, Haltbarkeit und Bekömmlichkeit beeinflussen. Mal werden gezielt Starterkulturen eingesetzt, etwa bei Milchprodukten, mal arbeiten natürlich vorkommende Mikroorganismen, wie bei Sauerteig oder Sauerkraut. Ein Hinweis auf Fermentation ist auf dem Etikett nicht grundsätzlich verpflichtend, solange Konsumentinnen und Konsumenten nicht irregeführt werden.

Ballaststoffe: Mehr als nur Verdauung

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Pflanzenfasern und kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Gute Quellen sind Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln, Getreideflocken, Flohsamen- und Chiasamenschalen, Leinsamen, Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Auch viele Lebensmittel werden gezielt mit Ballaststoffen angereichert, etwa Brot, Müsli, Trinkjoghurt, Fruchtsäfte, Limonaden oder Energieriegel. Von einem „hohen Ballaststoffgehalt“ darf gesprochen werden, wenn ein Produkt mindestens 6 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm oder mindestens 3 Gramm pro 100 Kilokalorien enthält.

Omega-3-Fettsäuren: Wichtig und vielseitig

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Besonders bekannte Vertreter sind EPA, DHA und ALA. Natürliche Quellen sind fettreiche Fische wie Lachs, Makrele, Hering, Sardinen oder Saibling, außerdem Algenöl, Leinöl, Rapsöl, Sojaöl, Walnussöl und Nüsse. Lebensmittel wie Margarinen, Milchprodukte, Frühstückscerealien, Brot, Backwaren oder Getränke können zusätzlich mit Omega-3-Fettsäuren angereichert werden. Für die Auslobung „reich an Omega-3-Fettsäuren“ gelten klare Vorgaben, die auch auf dem Etikett nachvollziehbar sein müssen.

Kollagen und Hyaluronsäure: Beauty-Trend im Lebensmittelregal

Kollagen und Hyaluronsäure sind vor allem aus dem Beauty- und Nahrungsergänzungsmittelbereich bekannt. Kollagen ist ein Strukturprotein und kommt natürlicherweise vor allem in tierischen Produkten mit hohem Bindegewebsanteil vor, etwa in Knochenbrühe, Gelatine, Hühnerhaut, Fischhaut sowie Schweine- und Rindfleisch. Hyaluronsäure kommt in Lebensmitteln nur in kleinen Mengen vor. Für Nahrungsergänzungsmittel wird Kollagen meist aus tierischem Bindegewebe gewonnen und zu Kollagenhydrolysat verarbeitet. Hyaluronsäure wird heute häufig durch Fermentation mithilfe von Mikroorganismen hergestellt. Werden diese Stoffe Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt, müssen sie im Zutatenverzeichnis klar angeführt werden.