Im Sommer säen, im Winter ernten: So gelingen Wintersalate

von Alexandra Otto 01/09/2026
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Im Sommer säen, im Winter ernten: So gelingen Wintersalate

Wer auch in den kalten Monaten frischen Salat aus dem eigenen Garten, Hochbeet oder Balkonkistl ernten möchte, sollte jetzt aktiv werden. Denn während im Sommer die ersten Beete abgeerntet werden, beginnt bereits die ideale Zeit für die nächste Aussaat. Feldsalat, Winterkopfsalat, Endivie, Zuckerhut oder Radicchio können je nach Sorte von Juli bis September ausgesetzt werden und entwickeln sich rechtzeitig zu kräftigen Pflanzen, bevor die Temperaturen sinken.

Wintersalate sind robuster als klassische Sommersalate, kommen mit kühleren Temperaturen gut zurecht und bringen oft kräftigere Blätter sowie einen intensiveren Geschmack mit. Besonders beliebt ist Feldsalat, in Österreich auch Vogerlsalat genannt. Wird er im Spätsommer ausgesät, kann er bereits im Herbst geerntet werden. Bei einer Aussaat im September reicht die Ernte je nach Witterung und Sorte bis in den Winter hinein.

Für Einsteigerinnen und Einsteiger empfiehlt sich Vogerlsalat besonders gut. Er ist unkompliziert, platzsparend und eignet sich nicht nur für Beete, sondern auch für Hochbeete, breitere Balkontröge und große Pflanzgefäße. Als Insidertipp nennt bellaflora Pflanzenexpertin Bettina Winterportulak oder auch Postelein genannt. Seine kleinen, leicht fleischigen Blätter schmecken würzig und ergänzen gemischte Salate auf besonders feine Weise.

Wer frei gewordene Töpfe oder Beete im Spätsommer neu nutzen möchte, kann Wintersalate gut mit Mangold, Spinat oder Asia-Salaten kombinieren. Waren zuvor stark zehrende Gemüsearten wie Gurken, Paprika, Kartoffeln oder Kohlarten im Beet, sollte die Erde vor der Aussaat mit frischer Gemüse- oder Hochbeeterde verbessert werden. Wichtig für eine erfolgreiche Aussaat sind Licht, Feuchtigkeit und die richtige Erde. Wintersalate können direkt ins Beet gesät oder in Saatkisten und Töpfen vorgezogen werden. Dafür empfiehlt bellaflora eine torffreie Aussaaterde. Da Salat zu den Lichtkeimern zählt, werden die Samen nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt und vorsichtig angefeuchtet. Am besten eignet sich dafür eine Sprühflasche oder ein Gießball mit Brauseaufsatz, damit die feinen Samen nicht weggeschwemmt werden. Bei großer Hitze sollten Saatkisten vor direkter Sonne geschützt werden. Auch ein Gartenvlies kann helfen, die Aussaatfläche bei hohen Temperaturen und Trockenheit zu schützen.

Stehen die jungen Pflanzen zu dicht, werden sie vereinzelt. Die entnommenen Blätter müssen dabei nicht verloren gehen, sondern können wie Schnittsalat verwendet werden. Vorgezogene Salatpflanzen sollten nicht zu tief gesetzt werden; der Wurzelhals bleibt idealerweise über der Erde. Bis die Pflanzen gut angewachsen sind, ist eine gleichmäßige Wasserversorgung besonders wichtig. Viele Wintersalate vertragen niedrige Temperaturen gut. Zuckerhut hält beispielsweise Temperaturen bis etwa minus fünf Grad Celsius aus. Bei starken Kahlfrösten, also Frost ohne schützende Schneedecke, bieten Gartenvlies, Folien- oder Vliestunnel zusätzlichen Schutz. Im Hochbeet kann auch ein Frühbeetaufsatz verwendet werden. Je nach Art, Sorte und Aussaat- oder Auspflanzzeit beginnt die Ernte im September und kann bis in den Jänner reichen. Viele Wintersalate sind rund sechs bis zehn Wochen nach Aussaat oder Pflanzung erntereif. Auch Asia-Gemüse wie Pak Choi, Palmkohl, Grünkohl oder Flower Sprouts können jetzt noch ausgepflanzt werden.

Wer es besonders unkompliziert mag, kann Wintersalate zusätzlich mit Microgreens und Keimsprossen ergänzen. Sie lassen sich in kurzer Zeit selbst ziehen und eignen sich ideal als frisches Topping für Salate. Der beste Tipp für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner: einfach mit einer kleinen Auswahl beginnen. Schon wenige robuste Sorten reichen aus, um auch in der kalten Jahreszeit frisches Grün auf den Teller zu bringen.