Mit einem Kennenlernfrühstück eröffnete Geier. Die Bäckerei ihr neues Fachgeschäft im Wiener Nordbahnviertel. Der dritte Standort der Weinviertler Handwerksbäckerei im 2. Bezirk wurde dabei bewusst als Ort des Austauschs gewählt – für Gespräche über Handwerk, Stadtentwicklung, Kunst und die Rolle familiengeführter Betriebe im urbanen Raum.
Zum Auftakt begrüßte Gerald Geier die Gäste, bevor Erika Geier den Familienbetrieb vorstellte, der heute in vierter Generation geführt wird. Im Mittelpunkt standen jene Werte, die Geier. Die Bäckerei seit mehr als 120 Jahren prägen: Regionalität, Natürlichkeit, Handarbeit und Nachhaltigkeit. Rund 80 Prozent der Rohstoffe stammen nämlich aus einem Umkreis von 50 Kilometern, die Natursauerteigbrote werden langzeitgeführt und mit viel Erfahrung von Hand geformt. Auch soziale und nachhaltige Initiativen wie das Geier Tafelsackerl sind fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. „Wir sind ein Familienbetrieb in vierter Generation – und genau das prägt unser tägliches Tun. Regionalität, Natürlichkeit und Handarbeit sind für uns kein Trend, sondern gelebte Werte“, betonte Erika Geier.
Diese Haltung griff auch Bezirksvorsteher Alexander Nikolai in seinen Worten auf. Er unterstrich die Bedeutung familiengeführter Betriebe als stabile Anker für lebendige Stadtteile und zeigte sich persönlich mit der Bäckerei Geier verbunden – seine Schwiegereltern stammen aus Strasshof. Umso größer war seine Freude über den neuen Standort in der Schweidlgasse 25 in 1020 Wien: „Ein Familienbetrieb ist eine große Aufgabe und ein wichtiger Anker für einen Bezirk. Es ist schön zu sehen, dass die Bäckerei Geier nun auch im Nordbahnviertel angekommen ist – davon profitiert die Wohnbevölkerung enorm.“
Ein besonderer Fokus des Vormittags lag auf der künstlerischen Gestaltung des neuen Bäckereifachgeschäfts. Gerald Geier erzählte von seiner eigenen Verbindung zum 2. Bezirk, wo er einst seine Lehre absolvierte – zu einer Zeit, als das Nordbahnviertel noch von Lagerhallen, Gleisanlagen und Graffiti geprägt war. Diese Erinnerungen bildeten den Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit mit dem Künstler Markus „Max“ Wesenauer (max.rocks). „Ich habe hier im Bezirk gelernt, damals war das Nordbahnviertel noch ganz anders. Diese Erinnerungen und ein paar inhaltliche Stichworte haben wir Max mitgegeben – und er hat daraus etwas ganz Eigenes geschaffen“, so Gerald Geier.
Der Künstler selbst beschrieb seinen Zugang als bewusst verbindend: „Mein Ziel war es, eine Atmosphäre zu schaffen, die zum Wohlfühlen und zur Inspiration einlädt. Werte wie Tradition, Bodenständigkeit, Handarbeit, Natürlichkeit und Regionalität sollten sichtbar werden – spielerisch und generationenübergreifend.“ Urbanes und Ländliches miteinander zu verweben, sei dabei zentral gewesen. Eine Woche lang arbeitete Wesenauer von früh bis spät im Geschäft, jedes Detail des Murals wurde von Hand gesprayt.